Der M-Triebwagen 4023

Der Triebwagen 4023 wurde von der Grazer Waggonfabrik gebaut und 4. August 1927 an die Gemeinde Wien – Städtische Straßenbahnen abgeliefert.

M-Wagen 4023 am 19.05.2019 in seinem Heimatbahnhof in Erdberg (Foto: Ing. Harald Baminger)

Er gehörte der insgesamt 150 Einheiten umfassenden Type M an, deren Lieferung im den Jahren 1927 bis 1929 von den renommierten Waggonfabriken Graz und Simmering sowie den Lohner-Werken in Wien-Floridsdorf erfolgte.

Juli 1938

Umbau der Dachglocken für Rechtsfahrordnung

Jänner 1939

Einbau von Fahrtrichtungsanzeigern

August 1945

Reparatur von Fliegerbombenschäden

Oktober 1954

Ersatz der Brems- und Lichtsteckdosen durch 10-polige ELIN-Dosen und
Einbau von Schienenbremsschaltern zur Versorgung von Neubaubeiwagen
Einbau einer Batterievorerregung in den Bremsstromkreis
Ersatz der alten Blitzschutzeinrichtung durch Kathodenfallableiter

Feber 1956

Einbau einer Schienenbremseinrichtung

Feber 1961

Einbau von 16-poligen ELIN-Dosen, eines 24-V-Dosenweckers und von Blinkerschaltern für den Verkehr mit c2- bzw. c3-Beiwagen
Ersatz der Verglasung quer zur Fahrtrichtung durch Sicherheitsglas und
Einbau von gummigefassten Frontscheiben mit Handscheibenwischer

Jänner 1964

Einbau von Doppelsandstreuern

Juli 1972

Umbau der Innenraumverkleidung auf Maxplatten

Als unmittelbare Folge von Wagenfreisetzungen im Zuge der Inbetriebnahme der U-Bahnlinie U1 endete der Einsatz im Planverkehr am 23. Februar 1978 beim Betriebsbahnhof Floridsdorf auf der Einschublinie 231. Danach folgte ein Intermezzo für Betriebshilfsdienste und ab 19. Jänner 1979 die Eingliederung in den Arbeitswagenpark unter der neuen Typenbezeichnung MH mit der Nummer 6335.

M 4023 begegnet in der Augasse seinem „jüngeren Bruder“ 4149 (Foto: Christian Peschl)

M 4023 begegnet in der Augasse seinem „jüngeren Bruder“ 4149 (Foto: Christian Peschl)

Die endgültige Ausmusterung aus dem Bestand der WStW-VB am 17. April 1981 sollte aber nicht sein Ende besiegeln, denn bereits im Juli konnte der Ankauf durch den VEF und die Eingliederung in dessen historische Fahrzeugsammlung getätigt werden. Die Inbetriebnahme für den Verkehr in Sonderzügen bedingte eine gründliche Revision. Seit August 1981 steht er im Sonderzugseinsatz. Ende 1993 wurde der Wagen einer Neulackierung unterzogen, doch war mittelfristig eine nachhaltige Sanierung zur Sicherung der Einsetzbarkeit über einen längeren Zeitraum unabdingbar. Im September 2000 konnte die aufwendige Generalinstandsetzung nach einer Dauer von einem Jahr und einer Eigenleistung der Mitarbeiter der VEF-Arbeitsgruppe Straßenbahn von 875 Arbeitsstunden erfolgreich abgeschlossen werden. In deren Rahmen vollzog sich auch der Einbau der Ausrüstung für die induktive VETAG-Weichensteuerung. praktisch ohne Beeinträchtigung der historischen Substanz. An der Seite des Fahrerstandes befindet sich ein kaum sichtbarer Stecker, an den das Betätigungsdiengerät angeschlossen und danach am Armaturenbrett platziert wird.

Vor der prächtigen Kulisse der Rossauer Kaserne überqueren der M 4023 gefolgt vom M 4082 der Wiener Linien, betafelt als Linie 33 die Augartenbrücke (Foto: Roman Lillich)

Vor der prächtigen Kulisse der Rossauer Kaserne überqueren der M 4023 gefolgt vom M 4082 der Wiener Linien, betafelt als Linie 33 die Augartenbrücke (Foto: Roman Lillich)

Der 4023 präsentiert sich im Erscheinungsbild des Linieneinsatzes zwischen 1972 und 1978. Er zählt zu den wenigen Vertretern der Type M in annähernder Ursprungsausführung mit Lampenbeleuchtung, Mittelsignal, sowie Lyrabügel und weist folgende Kenndaten auf:

Antriebsleistung 92,6 kW
Höchstgeschwindigkeit 40 km/h
Gesamtlänge 11.600 mm
Fahrzeugbreite 2.240 mm
Achsstand 3.600 mm
Eigengewicht 14.100 kg
Sitzplätze 24
Stehplätze 44
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